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Fear Of God - Within The Veil

Um das Fazit gleich vorwegzunehmen: noch nie nie nie nie NIE hat es irgendeine Band geschafft, ein Album zu veröffentlichen, das in punkto Atmosphäre und Ausstrahlung an das 1991 veröffentlichte Debüt von FEAR OF GOD auch nur annähernd heranreicht. Und ich wage die Behauptung, daß dies auch niemals jemandem gelingen wird. Die Band um Sängerin Dawn Crosby (ex-DETENTE) schleift den Zuhörer in knapp 48 Minuten durch jeden Gemütszustand, zu dem eine menschliche Seele fähig ist. Die Musik öffnet Tore, die besser verschlossen blieben, zeigt Pfade, die eigentlich gut verborgen sein sollten, und Dawn Crosby führt den Zuhörer mit Ihrer unglaublich ausdrucksstarken Stimme durch ihre Welt, in der alles auf eines hinausläuft: das Ende, das unweigerlich folgende Ende in Verzweiflung, Melancholie und Traurigkeit. Die eingestreuten Lichtblicke haben nur einen Zweck: dem Zuhörer einen Strohhalm zuzuwerfen, um ihm dann wieder das schlimmste vorzuführen, was sich irgendein pervers veranlagtes Gehirn nur ausdenken kann: die Realität! Musik und Texte bilden eine perfekte Einheit, die Dawn die Gelegenheit geben ihren Schmerz, ihre Wut, ihre Trauer in die Welt hinaus zu schreien, zu flüstern, zu stöhnen, zu singen, oder wie man auch immer ihre Art der gesanglichen Interpretation nennen mag. Und die Band hinter ihr lebt jedes ihrer Gefühle mit aus, immer das Extreme suchend, das herkömmliche, normale meidend. FEAR OF GOD degradieren jede noch so böse Death Metal Band, jede noch so düstere Gothic Band, jede noch so traurige Alternative Band zu ahnungslosen, unbedeutenden Statisten, die nur eine Darseinsberichtigung haben: die Einzigartigkeit und Genialität von FEAR OF GOD zu unterstreichen, dazu dienend, eine wirklich innovative Band von der Masse abzuheben. Jedem, der sich traut einen Blick in die Tiefen seiner eigenen Seele zu werfen, ohne Furcht auf das, was es zu entdecken gilt, sei dieses Album ans Herz gelegt. Alle, die einfach nur auf der Suche nach extremer Musik jenseits aller Schubladen sind, sollten Within The Veil zumindest einmal in ihrem Leben gehört haben.
15 Punkte - Jens Gellner (21.01.2001)

Playlist
1. All That Remains
2. Betrayed
3. Emily
4. Red To Grey
5. Diseased
6. Wasted Time
7. Love's Death
8. White Door
9. Drift