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The Sygnet - Children Of The Future
(Golden Core/ZYX) 57,27 min

Härte- und stilmäßig bewegt sich das Sideproject THE SYGNET von Michael Bormann (JADED HEART) und Alexander Beyrodt (SINNER) in etwa Richtung RIOTs letztem Release Inishmore, was soviel bedeutet, wie daß es sich hierbei um eingängigen und verdammt guten Melodic Metal/Hardrock handelt. Children Of The Future ist abwechslungsreich und mit vielen Facetten versehen, die zu nahezu keinem Zeitpunkt Langeweile aufkommen lassen, auch wenn das Album gegen Ende doch stark nachläßt. Spätestens mit Tragedy sinkt das Niveau auf zu seichte Bahnen und der Abschlußsong Friends Should Be Friends dürfte sogar eher PINK CREAM 69 Anhänger ansprechen als richtige Metal Fans. Positiv zu bewerten ist die klasse Gitarrenarbeit und die fundierte Bass- und Schlagzeugbegleitung, die einen druckvollen Hintergrund für Michaels Stimme liefern, die ganz klar in den Vordergrund gemischt wurde und dort mächtig Dampf macht. Eigentlich gibt es an der Scheibe relativ wenig auszusetzen und eigentlich könnte diese Besprechung hier mit einer eingeschränkten Kaufempfehlung enden, aber dennoch: irgend etwas undefinierbares fehlt, was dem Album den letzten Kick verliehen hätte. Ich weiß nicht warum, aber irgendwie kamen in mir bereits beim ersten Anhören leichte Erinnerungen an Joe Lynn Turner auf, der ja schon RAINBOW und Malmsteens RISING FORCE kaputtgesungen hat. Vermutlich sind es diese unbegründeten (?) Assoziationen, welche mir ein nicht zu beschreibendes flaues Gefühl in der Magengegend bescherten. Um nicht falsch verstanden zu werden: Michael meistert seinen Job am Mikro wirklich gut und singt und brüllt sich die Seele aus dem Leib, aber eine Stimme ist nun einmal Geschmackssache und wer die Vocals und den Stil von Bormann mag, der wird von THE SYGNET ohne Ende begeistert sein. Wer aber schon mit JADED HEART seine Probleme hatte, sollte vor dem Kauf erst einmal in das Album hineinhören.
10 Punkte - Wolfgang Volk (08.11.1998)