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Paradise Lost - One Second
Erscheinungsdatum: 14.07.1997
(Music For Nations/Rough Trade)

Sieh an, sieh an; das hätte ich nicht gedacht. PARADISE LOST agieren wohl unter dem Motto "Wenn alle Bands jetzt nach PARADISE LOST klingen, klingen wir ab sofort eben nicht mehr nach PARADISE LOST". Ich bin mal gespannt, wie die Fans auf One Second reagieren, da der auf den letzten Alben typische PARADISE LOST Sound fast völlig verschwunden ist. Stilmäßig könnte man das Album in die Richtung 80er Gothic Rock/Wave/Indie Pop (!!) einordnen; die Songs sind alle sehr aufgeräumt arrangiert, die verzerrten Gitarren dezent in den Hintergrund gemischt. Klavier- und Sythipassagen bestimmen, ebenso wie Samples, das Gesamtbild des neuen PARADISE LOST Sounds, bei dem selbst Gregor Mackintosh’s charakteristisches Gitarrenspiel in den teilweise sehr poppigen Arrangements kaum noch zum Tragen kommt. Den Mittelpunkt bildet, mehr als je zuvor, der Gesang von Nick Holmes, der sich gesanglich zwar extrem verbessert, aber auch die Aggressivität in seiner Stimme verloren hat. Bitte schlagt mich jetzt nicht, aber ich sehe gewisse Parallelen zu dem letzten DEPECHE MODE Werk! Nichts gegen Weiterentwicklung, auch wenn diese mit gewissen Stiländerungen verbunden sind, aber in diesem Fall frage ich mich, ob es PARADISE LOST nicht etwas übertrieben haben, da der eingefleischte PARADISE LOST Fan mit diesem Album wohl ziemliche Probleme haben wird. Ich persönlich allerdings kann mich mit dem neuen Stil wesentlich besser anfreunden, als mit den völlig in die Hose gegangenen Experimenten einer gewissen Band, die aus Seattle stammt und deren Name mit "Q" beginnt. Auch finde ich den Schritt, den PARADISE LOST gemacht haben zwar riskant, aber wesentlich begrüßenswerter, als Icon Part III aufzunehmen. Wie allerdings die Fangemeinde darauf reagiert, bleibt abzuwarten.
13 Punkte - Jens Gellner (01.09.1997)

Playlist
1. One Second
2. Say Just Words
3. Lydia
4. Mercy
5. Soul Courageous
6. Another Day 
7. The Sufferer
8. This Cold Life
9. Blood Of Another
10. Disappear
11. Sane
12. Take Me Down