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Midnight - Sakada
Erscheinungsdatum: 06.05.2005
(Black Lotu/Soulfood Music) 53,19 Min

Was bildet dieser Kerl sich eigentlich ein? Man muß sich das mal vorstellen: da bringt ein grandioser Sänger, der sich MIDNIGHT nennt, in den spätachzigern mit einer Combo namens CRIMSON GLORY zwei wegweisende Hammeralben raus. Kurz, bevor die Band den Status von QUEENSRYCHE & Konsorten erreichen kann, versaut sich die Band allerdings mit dem zu sehr am amerikanischen Markt ("Poser" - Rufe sind an dieser Stelle erwünscht!) orientierten Strange And Beautiful alle Symphatien der Progressive Metal Gemeinde, die Band verschwindet in der Versenkung. Und mit ihr der besagte grandiose Sänger. 1999 tauchen CRIMSON GLORY dann mit neuem Album und mit neuem Sänger plötzlich wieder auf, aber MIDNIGHT bleibt verschwunden. Dann, rund fünf Jahre später, ist plötzlich auch MIDNIGHT wieder da und veröffentlicht eine Solo Scheibe. Bis zu diesem Punkt klingt das alles stark nach Kult, Verehrung und Freudentränen über die Rückkehr des verlorenen Sohnes...Aber die Realität sieht leider anders aus. Sakada hat nichts mit den alten CRIMSON GLORY gemein. So weit, so gut. Steht ja auch nicht CRIMSON GLORY drauf. Sakada hat auch nichts mit Progressive Metal zu tun - höchstens der Opener Incubus erinnert entfernt, gaaaanz entfernt an vergangene Zeiten. Auch der Gesang von MIDNIGHT ist ganz anders als früher. Moment mal - wie kann er nur....wie kann MIDNIGHT die seit rund 15 Jahren wartenden Fans nur so vor den Kopf stoßen?
Hier sollten nun die eingefleischten CRIMSON GLORY Fans aufhören zu lesen - Sakada wird höchstwahrscheinlich nicht für euch sein. Allen anderen sei gesagt: Sakada ist mutig; weil MIDNIGHT eben nicht auf altbewährtes setzt, sondern völlig neue Wege beschreitet. Sakada ist düster, aufwühlend, verstörend und sperrig. Vergleiche sind unmöglich, weil sich Sakada mit nichts anderem vergleichen lässt. Als groben Orientierungspunkt könnte man höchstens THE DOORS, VAN DER GRAAF GENERATOR, alte Gothic Rock Bands wie VIRGIN PRUNES, SEX GANG CHILDREN, ALIEN SEX FIEND, CHRISTIAN DEATH oder den allmächtigen FRANK ZAPPA angeben. Und das dürfte der Punkt sein, wo nun jeder Prog-Metaller aufhört zu lesen und die Freundentränen sich in Tränen der Verzweiflung verwandeln. Falls doch noch jemand weiterlesen sollte: Wenn die letztgenannten Bands für Dich das nonplusultra sind, Du auf sperrige Musik stehst, Du jedes Album mindestens 50 mal hörst, bevor Du es beurteilst und Du Dir Musik grundsätzlich nur ungestört über Kofhörer reinpfeifst, dann solltest Du mal in Sakada reinhören.
Abschließend möchte ich noch erwähnen, daß ich mich noch nie mit einer Bewertung so schwer getan habe - meine Einschäzungen während dem Anhören der Scheibe bewegten sich zwischen "grandios" und "absoluter Mist". Also gebe ich einfach irgendwas in der Mitte - obwohl ich sicher bin, daß jeder Sakada anders empfindet. Macht euch einfach selbst ein Urteil.
7 Punkte - Jens Gellner (25.05.2005)

Playlist
1. Incubus
2. Berber trails
3. Little Mary sunshine
4. Miss Katie
5. War 
6. Pain
7. Sakada
8. Lost boy
9. Cat song