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Spock's Beard - Octane
Erscheinungsdatum: 31.01.2005
(InsideOut Music) 55,55 min

Um endlich mal eine abgelutschte Phrase zu dreschen: "manchmal muss ein Mann tun, was ein Mann tun muss"! Für das ziemlich negative Review zum Octane-Vorgänger Feel Euphoria hat der "Ober-Jester" teilweise harsche Kritik von überzeugten SPOCK'S BEARD Anhängern einstecken müssen, und beim neuen SPOCK'S BEARD Album wird das wahrscheinlich wieder der Fall sein. Aber als Schreiberling muss man zu seinen Überzeugungen stehen - auch wenn diese unter Umständen von der Meinung der Masse abweichen. Also kommen wir nun zur Beschreibung des neuesten SPOCK'S BEARD Outputs. So brutal es auch klingen mag - die Bewertung schwankt zwischen "ganz nett" und "beschissen"! Manche Songs (z.B. The Ballet Of The Impact oder I Wouldn't Let It Go) plätschern belanglos vor sich hin, ohne mit Prog etwas zu tun zu haben. Das wäre ja nicht so schlimm, wenn die Songs Klasse hätten und für tieferes Feeling sorgen würden, aber von wegen ... die Tracks plätschern in typischer 08/15 Ami-Softrock-Manier vor sich hin, ohne dabei irgendein Gefühl zu wecken. Das beste bei solchen Nummern (von denen es etliche auf der Scheibe gibt!) ist noch die Gitarrenarbeit, die immerhin ein bisschen unter die Haut geht, aber das war's dann auch schon mit der Herrlichkeit! Kommen wir nun zu Songs, die wie angekündigt unter die Kategorie "beschissen" fallen. Ein gutes Beispiel hierfür ist Surfing Down The Avalanche, das fürchterliche moderne Anklängen hat, was man früher von SPOCK'S BEARD in keinster Weise gewohnt war. Was die Enttäuschung über Octane und das entsprechend schlechte Review dazu vielleicht noch verstärkt, sind die letzten beiden NEIL MORSE Veröffentlichungen, die im Stil von Neils ehemaliger Band standen, und die absolut herausragend waren. Wahrscheinlich darf man diese Scheiben nicht mehr mit den aktuellen SPOCK'S BEARD vergleichen, aber unbewusst macht man das als alter Fan halt doch, und dann muss man zu dem Schluss gelangen, dass MORSE seine ex-Band voll an die Wand gespielt hat. Was nützt es, dass beispielsweise Nick D'Virgilio auf Of The Beauty Of It All zumindest phasenweise zeigt, was für ein begnadeter Drummer er sein kann, wenn das Songwriting insgesamt teilweise schlichtweg langweilig ist. Natürlich sind die SPOCK'S BEARD Mitglieder allesamt großartige Musiker, aber entscheidend sind ausschließlich die Songs an sich! Und von den Songs auf Octane gibt es keinen einzigen, der auch nur ansatzweise an die alten Klassiker der ersten drei Veröffentlichungen heranreichen kann. Auf Feel Euphoria konnte zumindest der Titeltrack halbwegs überzeugen, aber auf Octane gibt es nicht mal dazu ein Äquivalent! Kommen wir gegen Ende dieses Reviews noch einmal auf den Anfang zurück, als die Rede von "ganz nett" und "beschissen" war. Die "beschissenen" Songs halten sich zum Glück doch in erträglichen Maßen, während die "ganz netten" Songs den überwiegenden Teil der Scheibe ausmachen. Insofern setzt es bei der Punktvergabe auch nicht eine Höchststrafe, sondern eine Bewertung im untersten Mittelmaß, aber auch das ist hinsichtlich der großen Vergangenheit dieser Band eine Abstrafe höchster Potenz. Irgendwie erinnert die Tendenz stark an GENESIS nach dem Ausstieg von Peter Gabriel, als die Band immer mehr in Belanglosigkeit versank. Schade!
4 Punkte - Wolfgang Volk (27.12.2004)

Playlist
1. The Ballet Of The Impact
2. I Would't Let It Go
3. Surfing Down The Avalanche
4. She Is Everything
5. Climbing Up That Hill
6. Letting Go 
7. Of The Beauty Of It All
8. Nwc
9. There Was A Time
10. The Planet's Hum
11. Watching The Tide
12. As Long As We Tide 
Weiteres zu Spock's Beard:

- Beware Of Darkness (CDCheck)

- Feel Euphoria (CDCheck)

- Snow (CDCheck)

- The Light (CDCheck)

- ... jung und frisch und voller Dynamik ... (Interview)

- Konzeptalbum "Snow" (Bericht)