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Pain Of Salvation - Be
Erscheinungsdatum: 27.09.2004
(InsideOut Music) 75,58 min

Eine der innovativsten Progressive (Metal) Bands der Gegenwart veröffentlicht eine neue Scheibe. "Be" ist der kurz und bündige Titel des aktuellen PAIN OF SALVATION Outputs, und was sich hier an Einflüssen tummelt und gekonnt unter einen Hut gebracht wurde ist schon erstaunlich. Fünf Songs, die wiederum in drei bzw. zwei Untersektionen unterteilt wurden, behandeln als Konzept das Geheimnis des irdischen Daseins und die Frage, wie Religion, Wissenschaft und die Einstellung der Menschheit zusammenhängen. Entsprechend abgedreht und vielfältig präsentiert sich die Mucke zum Thema. Eines vorab: auch wenn jede Menge Einflüsse anderer Gruppen erkennbar sind, haben PAIN OF SALVATION einen absolut eigenen Stil gefunden, der nicht konkret mit einer anderen Band vergleichbar ist (weil es so eine Kombination eigentlich noch nicht gegeben hat). Beispiele gefällig? Die ersten beiden Parts von Animae Partus (Deus Nova und Imago) beispielsweise erinnern ein bisschen an die Intros diverser AYREON Veröffentlichungen, während der dritte Teil (Pluvius Aestivus) Folk-Einflüsse von JETHRO TULL und FISH (Shadowland) beinhaltet. Dann wiederum geht es metallischer-progressiv im Sinn von DREAM THEATER zu Werke, um anschließend eher in atmosphärische und dunklere Gefilde zu wechseln (CHROMA KEY oder SAVIOUR MACHINE im weitesten Sinn). Fast schon psychedelisch wirkt dann andererseits Dea Pecuniae, das als dritter Part den zweiten Track Machinassiah abschließt. Verwirrt? Verständlich, denn Be ist in der Tat eine abgedrehte Scheibe, die so viel unterschiedliche Stimmungen und Stilrichtungen integriert wie kaum eine andere Scheibe. Wie man der bisherigen Beschreibung auch entnehmen kann, sollte man PAIN OF SALVATION auch nicht mehr als reine Progressive Metal Band ansehen, sondern als eine Prog-Formation, die sowohl Metal als auch Rock sowie Folk und Klassik zu einem eigenständigen Ganzen zusammenfügt, und die zeitlich gesehen übrigens 70er, 80er, 90er und 2000er Dekaden abdeckt. Kann sein, dass nicht jeder die Musik lieben wird, aber hier muss man ganz objektiv zugeben, dass Be ein wirklich innovatives Album von großer Klasse ist. Wer sich selbst als Progger ansieht, der sollte Be also unbedingt mal anchecken und sich sein eigenes Bild machen.
14 Punkte - Wolfgang Volk (18.09.2004)